15. April 2024

SV Motor Zeitz Abt. Fußball

Wir leben Fußball

Man muss Ruhe bewahren

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logo mz webZeitz/MZ. Spieler, die sich gegenseitig an die Gurgel gehen und Schiedsrichter, die vom Platz gejagt werden – üble Einzelfälle, die in den vergangenen Monaten bundesweit für Aufsehen sorgten. Schaut man sich jedoch die aktuellen Stände der hiesigen Fair-Play-Wertung an, so scheint es, dass es im Burgenlandkreis doch relativ friedlich zugeht. Klar, es wurden etliche gelbe Karten (zwei Strafpunkte) und auch so manche gelb-rote (fünf Punkte) und auch rote Karten (zehn Punkte pro gesperrtes Spiel) verteilt.

Doch in schwindelerregenden Höhen sind die Punktzahlen – abgesehen von den Teams, die vom Sportgericht wegen Nichtantretens oder ähnlicher Delikte bestraft wurden (100 Punkte) – nicht. Verständlich: Schließlich warten dank der Sparkasse Burgenlandkreis am Ende der Saison attraktive Geldpreise auf die fairsten Teams der jeweiligen Staffeln.

Auch Peter Kiwitt (72), einer der erfahrensten Schiedsrichter der Region, sieht Fortschritte beim Fair-Play. Wenn auch noch einiges zu tun ist. Mit Kiwitt sprach Ronny Banas.

Ist es auf den Fußballplätzen friedlicher geworden oder täuscht das?

Kiwitt: Das täuscht nicht, ich denke, es ist schon etwas besser geworden. Noch vor ein paar Jahren ging es im Großen und Ganzen aggressiver zu. Es hat sich gebessert, wobei noch lange nicht alles toll ist.

Also gibt es auch schwarze Schafe?

Kiwitt: Auf jeden Fall. Negativer Höhepunkt waren zweifelsfrei die Vorgänge beim Kreispokalspiel zwischen Tröglitz und Osterfeld. Aber das sind zum Glück Ausnahmen, so etwas kann man nur ganz schwer völlig vermeiden.

Wird es also auch für die Unparteiischen angenehmer, ein Spiel zu leiten?

Kiwitt: Das kommt drauf an. Auf manchen Plätzen pfeift man immer noch nur ungern als Schiedsrichter. Das liegt aber nicht unbedingt an den Spielern selbst. Viel Unruhe wird von außen herangetragen. Das geht auf den Trainerbänken los und hört bei den Zuschauern auf.

Was kann man als Schiedsrichter tun?

Kiwitt: Man muss Ruhe bewahren und seine Linie auf dem Platz durchziehen. Ich kenne, vor allem junge Kollegen, die gern mal mit Karten um sich werfen. Da macht man sich schnell unglaubwürdig und schafft sich keine Freunde. Wenn es sein muss, ist eine Karte natürlich berechtigt, aber man sollte dabei mit Fingerspitzengefühl arbeiten.

Wie könnte das gehen?

Ich kenne meine Pappenheimer nach all den Jahren. Und wenn man weiß, bei wem es Schwierigkeiten geben könnte, geht man vor dem Spiel zu ihm und redet ein paar Worte mit ihm. Das ist eine Frage des Miteinanders.

Also ist die Hoffnung auf fairen Fußball noch nicht gestorben?

Kiwitt: Nein, aber es müssen sich alle daran beteiligen, dass es besser wird.

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