29. Mai 2024

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Endspieltraum für SV Großgrimma geplatzt

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Motor-Grossgrimma Pokal

Motor-Grossgrimma PokalNach der 1:2-Niederlage bei Motor Zeitz wird der SV Großgrimma (in Blau) kein Kreispokalfinale auf heimischen Platz absolvieren können.

(BILD: Carlo Böttger)

von Carsten Roloff

Der SV Großgrimma ist beim “Finale daheim” nur Zuschauer. Der Landesklasse-Vertreter verliert im Kreispokal-Viertelfinale beim Kreisoberligisten Motor Zeitz. SVG-Trainer Marco Heinrich ist mit dem Defensivverhalten alles andere als zufrieden.

Zeitz. Die Kicker des SV Großgrimma hatten ein großes Ziel vor Augen. Sie wollten im Kreispokal-Endspiel im eigenen Stadion als Finalist auflaufen. Doch dieser Traum ist im Zeitzer Puschendorf-Stadion geplatzt. Mit 1:2 (0:0) verlor der Landesklasse-Vertreter das Viertelfinal-Duell beim Kreisoberligisten SV Motor Zeitz. Auch die Schlussoffensive, bei der selbst Keeper Silvio Meißner im gegnerischen Strafraum auftauchte, brachte keinen zählbaren Erfolg mehr. Nachdem die Ecke von Andreas Kühnapfel in der Nachspielzeit nur auf der Latte des Zeitzer Kastens landete, pfiff Referee Marschhausen die Partie ab.

Liedemann vergibt gute Chancen

Während die Hausherren ihrem Jubel freien Lauf ließen, herrschte beim Favoriten die pure Frustration. „Wir waren alle heiß darauf, uns diesen Traum vom Endspiel zu verwirklichen. Deswegen ist dieses Ausscheiden doppelt ärgerlich, zumal wir in der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft waren. Aber wir machen eben die Bude nicht. Nach dem Seitenwechsel haben wir nur noch hintergeschaut und fast gar kein Bein mehr auf die Erde bekommen“, meinte Großgrimmas Kapitän Meißner nach dem Abpfiff.

 

In der Anfangsphase deutete noch nichts auf die große Überraschung hin. Großgrimma bestimmte die Szenerie auf dem etwas rutschigen Rasen. Martin Liedemann jagte das Leder in der zehnten Minute aus acht Metern an die Latte des Gehäuses. Mathias Richter (12.) und Martin König (13.) verfehlten den Kasten nur knapp. Bei einem abgefälschten Freistoß von Dustin Fritsch reagierte der Zeitzer Schlussmann Tom Becker glänzend. Den Abpraller jagte Liedemann aus drei Metern und recht spitzem Winkel über das Gebälk (38.).

„Ich hätte zwei Tore schießen können, zumindest eins machen müssen. Der erste Schuss muss rein. Dazu bin ich Stürmer. Wenn ich nicht treffe, ist das schlecht für die Mannschaft. Wir haben uns aber insgesamt sehr schwergetan, warum auch immer“, erklärte Großgrimmas Torjäger Liedemann. Die Gastgeber waren heilfroh, dass sie die erste Halbzeit unbeschadet überstanden haben.

„Wir hatten in der Anfangsphase schon ein bisschen Mehl gehabt. Wenn Großgrimma das 1:0 macht, wird es für uns ganz schwer“, meinte der Zeitzer Kapitän Kevin Ehrlein. Die Gastgeber tauchten in der ersten Hälfte nur einmal gefährlich im gegnerischen Strafraum auf, doch Patrick Fuhrmann verzog aus sechs Metern (18.). Einem Treffer von Johannes Kunze versagte der Referee wegen Torwartbehinderung die Anerkennung (33.).

„Anfangsphase total verschlafen“

Doch der Außenseiter kam wie verwandelt aus der Kabine und und durften sich außerdem auf den feinen linken Fuß von Ronny Ginter verlassen. Der Blondschopf schlenzte zwei Minuten nach dem Wiederanpfiff einen Freistoß von der halbrechten Seite an Freund und Feind vorbei ins lange Eck. In der 70. Minute besorgte der Mittelfeldspieler mit einem herrlichen Seitfallzieher die 2:0-Führung für den Außenseiter. Daniel Albert (57.) und Fuhrmann (58.) hatten zuvor schon den zweiten Treffer für Zeitz auf dem Fuß, schossen aber knapp vorbei.

„Wir haben die Anfangsphase der zweiten Halbzeit total verschlafen und vor der Pause versäumt, unsere Überlegenheit auch in Tore umzumünzen. Ich bin total enttäuscht, denn wir wollten unbedingt in das Finale in unserem eigenen Stadion einziehen. Bei beiden Gegentoren haben wir tatkräftig mitgeholfen. Das Foul, das zum Freistoß führte, war völlig unnötig. Beim 0:2 haben wir den Ball einfach nicht aus der Gefahrenzone schlagen können, obwohl wir dazu zweimal die Möglichkeit hatten“, war Großgrimmas Trainer Marco Heinrich auch mit dem Defensivverhalten seiner Schützlinge alles andere als zufrieden.

Nur in den letzten fünf Minuten nach dem Anschlusstreffer von Mathias Richter, der einen Handelfmeter verwandelte, bekamen die Gäste noch einmal die zweite Luft. Doch Becker hielt den Distanzschuss von Martin Liedemann (88.). Bei Richters Fernschuss (90.) fehlten nur wenige Zentimeter.

„Ich ziehe meinen Hut vor der Mannschaft. Die Jungs haben sich selbst das schönste Weihnachtsgeschenk gemacht. Die erste Halbzeit war sehr zerfahren, aber schon dort habe ich keinen Klassenunterschied zwischen beiden Mannschaften gesehen. Wir haben zwar mit Chancen gegeizt, aber auch nicht sehr viel zugelassen. Nach der Pause waren wir das bessere Team, haben eine größere Laufbereitschaft als der Gegner an den Tag gelegt und verdient gewonnen“, lautete das Fazit von Motor-Trainer Torsten Müller nach der Kreispokal-Sensation.

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung

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